Themenbereich Kultur, Religion und öffentlicher Raum
Religion, Erinnerung und öffentlicher Raum brauchen Maß, Verantwortung und Transparenz.
Dieser Themenbereich befasst sich mit Kultur, Religion, Erinnerungskultur und dem Umgang mit öffentlichem Raum. Es geht nicht darum, Glauben, Herkunft oder Kultur pauschal abzuwerten. Es geht darum, ob religiöse, kulturelle und ideologische Anliegen noch in einem fairen Verhältnis zur gemeinsamen öffentlichen Ordnung stehen.
Religion kann Teil von Kultur, Orientierung und persönlicher Lebensführung sein. Sie soll Menschen Halt geben, Werte vermitteln und Gemeinschaft ermöglichen. Problematisch wird es dort, wo Religion, Ideologie oder Gruppenzugehörigkeit nicht mehr dem Menschen dient, sondern Menschen unterordnet, gesellschaftliche Regeln aushebelt oder Einfluss auf öffentliche Einrichtungen nimmt.
Ebenso kritisch zu betrachten ist kulturelle Symbolpolitik, wenn unter dem Deckmantel von Aufarbeitung, Kunst oder Haltung hohe öffentliche Mittel eingesetzt werden, ohne dass der praktische Nutzen für die Allgemeinheit klar erkennbar ist.
Zu klären ist, wie kulturelle Prägung, religiöse Freiheit, staatliche Neutralität und gesellschaftliche Verantwortung in ein faires Verhältnis gebracht werden können. Religion soll Menschen dienen, nicht Menschen der Religion.
Ebenso ist zu prüfen, ob Erinnerungskultur noch der ehrlichen Aufarbeitung dient oder ob sie teilweise zu teurer Symbolpolitik wird. Wenn ein Denkmal als problematisch gesehen wird, sollte offen diskutiert werden, ob es dort noch richtig steht, ob es erklärt, versetzt oder entfernt werden soll. Reine Inszenierungen mit hohen Kosten sind kritisch zu hinterfragen.
Kultur soll Orientierung geben, Geschichte verständlich machen und öffentliche Räume sinnvoll prägen. Sie darf aber nicht zur Bühne werden, auf der einzelne Gruppen Deutungshoheit beanspruchen oder auf Kosten der Allgemeinheit teure Zeichen setzen.